Zum offenen Brief an Guido Westerwelle
Einige Abgeordnete der Grünen habe dem Aussenminister einen offenen Brief geschrieben, den ich nur unterstützen kann.
Interessant finde ich allerdings vor allem die Reaktionen, die dieser Brief bisher hervorgerufen hat. So hat ein anonymer Surfer den entsprechenden Beitrag auf der Homepage von Katja Dörner wie folgt kommentiert:
Dieser offene Brief ist eine Zumutung!
Es scheint Ihrer Aufmerksamkeit wohl entgangen zu sein: Otto Graf Lamsdorff, der kürzlich verstorben ist, und der von allen in höchsten Tönen gelobt wurde, war ein eifriger Unterstützer von Erika Steinbach und ihrem Zentrum gegen Vertreibungen.
Die Grünen scheinen wohl für Vertreibungen zu sein.
Sagen Sie mir doch, wo Sie wohnen und ich werfe Sie aus Ihrem Haus heraus. Einen Grund dafür werden wir schon finden. Schließlich sind Sie doch Deutsche, oder?
Schon Interessant, dass die Meinung von Otto Graf Lamsdorff für Grüne sakrosankt zu sein hat und der Ausdruck anderer Meinungen so kurz nach seinem Tod eine Zumutung ist. Leider sterben allerdings ständig Menschen und es wäre für mich sehr kompliziert herauszufinden, welche Positionen die hatten, nur um meine eigenen pietätvoll unter der Decke zu halten. Etwas sehr absurd!
Aber zurück zur Sache.
Natürlich sind auch Grüne Deutsche und wir sind 100%ig gegen Vertreibung.
Allerdings bedauern wir das Schicksal einer destationierten Offizierstochter Erika Steinbach nicht mehr als das eines vertriebenen Bauern aus dem Osten Polens. Das ist nämlich etwas, was viele Leute vergessen oder einfach nicht wissen: Die deutschen Heimatvertriebenen wurden nicht vertrieben, weil Polen nach den Gräueln des 2. Weltkriegen die Gelegenheit genutzt hat, um sich mal eben zu vergrössern und Rache zu nehmen. Dieses vom Krieg wie kein anderes gezeichnete Land wurde einfach einige Kilometer nach Westen verschoben, was für 2,5 Millionen Polen bedeutet hat, dass sie nach dem Krieg auch noch den Frieden verloren haben, aus ihrer Heimat vertrieben wurden und sich ein neues Leben in der alten Heimat derer aufbauen mussten, die zuvor ihr Land überfallen und verwüstet haben.
Viele der Nachkommen und Überlebenden dieser Heimatvertrieben leben heute noch in dem Gebiet, das für Frau Steinbach immer noch rechtmässig deutsches Territorium ist. Eine Bundesstiftung, die sich neben der Aufarbeitung der Geschichte der Vertreibung auch Versöhnung zur Aufgabe gemacht hat darf das Schicksal der polnischen Heimatvertriebenen nicht ignorieren.
Frau Steinbach weigert sich faktisch, die Existenzberechtigung Polens in seiner heutigen Form anzuerkennen. Sie spricht denen, die in den ehemaligen deutschen Gebieten eine neue Heimat gefunden haben ihr Recht ab, in ihrer Heimat zu leben und dort eine Zukunft aufzubauen.
Wahrscheinlich ist es sehr schwer, jemanden zu finden, der für diese Position ungeeigneter wäre als Frau Steinbach.
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Maik am 25. Dezember 2009 um 17:19 veröffentlicht und unter Aussenpolitik abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |



















vor 2 Monaten
Wirklich toll recherchiert – Kompliment!