Es kommt ja selten vor, dass ich ein Gefühl der Dankbarkeit empfinde, wenn die deutsche Atomlobby und und ihre willfährigen Adlaten ihre Stippen ziehen und Einfluss auf die Politik nehmen. Allerdings hat sie das mit dem “energiepolitischen Appell der deutschen Industrie” auf eine so plumpe Weise getan, dass der Schuss durchaus nach hinten gehen könnte.

Eine dermassen offen gestellte Machtfrage verdeutlicht schliesslich das eher undemokratische Verhältnis der gefühlten Wirtschaftselite zum Staat und den gewählten VertreterInnen der Bürgerinnen und Bürger. Viele Fragen sich jetzt, wer in Deutschland überhaupt die Politik bestimmt.

Für Merkel ist das ein Problem. Sie kann den Forderungen der Lobbyisten nicht einfach so nachkommen, ohne in den Verdacht zu geraten, an der kurzen Leine der Wirtschaft zu laufen. Ob das allerdings dazu führt, dass die Brennelementesteuer ohne diskrete Gegenleistungen eingführt wird, werden wir sehen.

Immerhin bleibt es dabei, dass es da um die Interessen sehr einflussreicher Leute geht, die nicht selten ihren Willen bekommen. Hätten sie diesen Willen jetzt nicht so laut herausposaunt, wäre seine Erfüllung nun einfacher.

Aber vielleicht könnte dieser Appell ja auch zu einer Sensibilisierung einer grösseren Zahl von Menschen führen, die eine solche Form der Einflussnahme nicht länger akzeptieren wollen.

Das wäre dann eine unabsichtliche Demokratisierung und doch ein schöner Kollateralschaden. :-)

Bitte weiter so!