Der Kriegspräsident
Bundespräsident Horst Köhler war gemeinsam mit seiner Gattin in Afghanistan, um die dort stationierte Soldaten zu treffen und an der “Heimatfront” um Verständnis für deren Arbeit zu werben. Bei dieser Gelegenheit hat er dem Deutschlandradio ein Interview gegeben, das auch auf der Homepage des Senders zu finden ist. Interessant ist allerdings, was in diesem Interview fehlt, denn es wurde im Nachhinein zensiert.
Den fehlenden Teil könnt Ihr hier hören:
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Man kann dem Präsidenten zugute halten, dass er wenigsten ehrlich ist und das ausspricht, was für grosse Teile des politischen Berlins als Selbstverständlichkeit ansehen: Der Krieg ist nur noch eine Selbstverständliche Fortsetzung der Politik mit militärischen Mitteln und legitimes Instrument bei der Verteidigung der eigenen Vormachtstellung im Kampf um Ressourcen, Handelswege und Einfluss.
Auf gewisse Weise hat er sogar Recht.
Denn wir brauchen wirklich eine Diskussion darüber, ob wir wirklich eine neokplonialistische Macht sein wollen, für die der Erhalt von Arbeitsplätzen Grund genug ist, um in ein anderes Land einzumarschieren. Um das zu werden, bräuchten wir zudem einen parlamentarischen Beschluss, die erst einmal voraussetzt, dass die Mitglieder des Bundestages wirklich Farbe bekennen. Getan hat das jetzt das deutsche Staatsoberhaupt, was einigen im Nachhinein wohl dann doch zu brisant war.
Horst Köhler hat sich hier als Anwalt der Militarisierung der Außenpolitik geoutet und ein weiteres mal als moralischer Kompass im politischen Leben dieses Landes disqualifiziert. Mein Präsident ist er schon lange nicht mehr und ich würde es sehr begrüssen, wenn er zurückträte.
Weitere Infos bei der grünen Friedensinitiative.












Ich denke, dass Horst Köhler aus Dummheit die Wahrheit gesagt hat, was die wahren Hintergründe der deutschen Kriegsführung angeht. Offenbar hatte man vergessen, ihm jemanden zur Seite zu stellen, der ihm hätte auf den Fuß treten können.
Sehr wichtig, doch m.E. von vielen nicht klar genug erkannt, ist das praktisch abgelegte Bekenntnis der Bundeswehrsoldaten, dass sie keine Chance auf einen letztendlichen Sieg sehen, bestätigt auch durch einen US-Presseoffizier: “I think we can win this.”
“Ich glaube, das wir das gewinnen können….”
Für eine solche Aussage wäre ein SS-Pressesprecher 1944 erschossen worden, jedenfalls lässt sie sehr tief blicken.