Ja genau! Das ist der Mann, der mal als Rechts-Aussen bei bei den Grünen im Bundestag den neoliberalen Einpeitscher der Fraktion spielen durfte und aus unerfindlichem Grund als Finanzexperte gehandelt wurde. Dieser Oswald Metzger hat ist nun schon vor vielen Jahren den Gang in die politische Bedeutungslosigkeit gegangen und im Jahr 2007 aus der Partei ausgetreten. Leider für ihn nur, um in seiner neuen Partei ebenso erfolglos weiterzumachen wie in seiner letzten.

Nachdem er in 2(!) Wahlkreisen vergeblich versucht hat, als CDU-Kandidat für den Bundestag aufgestellt zu werden, ist noch immer kein bezahltes politisches Amt in Sicht und so muss der arme Herr Metzger als pseudopolitischer Alleinunterhalter über die Dörfer tingeln und gegen Bezahlung seine INSM-Propaganda an den Mann bringen. Bei einem dieser Auftritte wurde er von einem Team der ZDF-Sendung “Frontal 21″ begleitet, die einen Beitrag zu einer möglichen Schwarz-Grünen Koalition in NRW gebracht hat.

Interessant waren dabei schon die einleitenden Worte zu Metzger:

Er hat es vorgemacht. Der Ex-Grüne Oswald Metzger ist heute in der CDU. Er kennt die Vorbehalte der Unternehmer gegenüber der Öko-Partei.

Was soll das denn heissen? Spekulieren die AutorInnen der Sendung darauf, dass einer Koalition auf Landesebene möglicherweise die massenweise Abwanderung von Grünen in Richtung CDU folgt? Könnten sich so die Grünen und eine mögliche linke Mehrheit in Deutschland erledigt haben? Sicherlich eine schöne Vorstellung für einige, die dann in jemandem wie Metzer schon mal eine Art Heilsbringer und Trendsetter sehen. Dieser Messias der neuen Bürgerlichkeit diente in dieser Sendung auch schon mal als Navigator ins schwarz-grüne El Dorado, dem auch die Klippen auf dem Weg dahin bewusst  sind:

O-Ton Oswald Metzger, CDU: Zeigt man zu viele Signale in eine Richtung Konservativ- ökologische Regierung, dann verliert man die verbliebenen linken Wähler und erschreckt vielleicht auch die an der Basis, die es nicht so sexy finden, mit Jürgen Rüttgers möglicherweise ne Koalitionsregierung zu bilden.

Es folgten dann die typischen oberflächlichen Betrachtungen auf das vermeintlich verbindende zwischen den beiden Parteien und die üblichen Umfragen, die ein hohes Mass an Gemeinsamkeiten zwischen Grünen und Schwarzen konstruieren sollen.

So finden 45% der CDUler, 37% der Grünen und nur ca. 20% der FDPler, dass die Schöpfung bewahrt werden sollte. Aus diesen Zahlen schliessen die Macher dieses Beitrags schon, dass es mehr Gemeinsamkeiten zwischen CDU und Grünen als zwischen FDP und CDU geben soll. Wenn man allerdings mal genau hinschaut, sieht man, dass das nur eine virtuelle Gemeinsamkeit ist. Denn auch für Grüne, die ihrer politischen Einstellung den Schöpfungsgedanken zugrunde legen spielt die Beziehung zwischen Natur und Zivilisation eine ganz andere Rolle als für einen Konservativen.

Die politische Ökologie ist nun einmal etwas anderes als blosser Umweltschutz. Sie stellt immer die Macht- und Systemfrage, was dem Konservativen an sich eher fremd ist. Zudem verbindet sie die Themen Ökologie und Gerechtigkeit. Die in diesem Bericht aufgestellte Behauptung, dass die Grünen in sozialen Fragen schon rechts von der SPD sind ist daher vollkommener Unsinn.

Dafür ist dann Herr Metzger wiederum ein sehr verlässlicher Leumund. Immerhin hat er die Partei nach dem Nürnberger Parteitag verlassen, wo die Grünen einen Beschluss zum Thema Grundsicherung gefasst haben, der die Partei eindeutig links von der SPD positioniert.

In NRW haben die Grünen eine schwarz-grüne Koalition nicht ausgeschlossen. Allerdings haben sie gleichzeitig beschlossen, dass nur ein sozial-ökologischer Politikwechsel eine Regierungsbeteiligung rechtfertigt. Das erste ist die Einsicht, dass grundsätzlich alle demokratischen Parteien miteinander koalieren können sollten, wenn es um die Interessen der Allgemeinheit geht. Zweiteres beschreibt den grünen Anspruch an sich selbst und dem Gegenüber.

Wahrscheinlich wäre Schwarz-Grün in NRW nur ein Bündnis des kleinsten gemeinsamen Nenners und damit nicht der angestrebte Politikwechsel. Sollte die CDU sich aber häuten und nach 5 Jahren Regierung auf einmal am Allgemeinwohl orientiert sein, könnte das vielleicht anders sein. Allerdings ist das sehr unwahrscheinlich und Schwarz-Grün somit eine der unwahrscheinlichsten Konstellationen nach der Landtagswahl.

Mir wäre eine gemeinwohlorientierte Landesregierung am liebsten und die ist nur drin, wenn Schwarz-Gelb restlos entsorgt wird.

Über arbeitslose CDU-Politiker muss man sich derweil keine Sorgen machen. Denen kann Oswald Metzger als gutes Vorbild in Sachen Eigenvermarktung dienen: