Am letzten Wochenende fand in Enger das jährliche Kirschblütenfest statt, das die beste Gelegenheit darstellt, mit vielen BürgerInnen aus ganz OWL ins Gespräch zu kommen und für die eigene Partei und ihre Positionen zu werben. Die haben, abgesehen von der FDP, auch alle Parteien wahrgenommen. Für die LINKE lief Inge Höger mit einem Wahlkampfteam durch die Stadt und hat Einladungen für ein Rockkonzert am 1. Mai auf dem Alten Markt in Herford verteilt, zu dem ausdrücklich auch Sozialdemokraten, Grüne und alle anderen eingeladen sind, die am Tag der Arbeit für eine solidarische Gesellschaft auf die Strasse gehen.

Wahrscheinlich werde ich auch da sein. Aber nur im grünen Wahlkampf-T-Shirt! :-) Die SPD hat an ihrem Stammplatz neben der Sparkasse Bratkartoffeln verkauft und die CDU sich deutlich bescheidener präsentiert als im letzten Jahr. Damals haben sie mit einem riesigen Stand aufgetrumpft, an dem die Prosecco und Material für die nahende Kommunalwahl an die Menschen gebracht haben.

Mit diesem Bild im Hinterkopf wirkte die ganz normale Hütte, die sie dieses Jahr benutzt haben schon ein wenig wie ein Vorbote des nahenden Endes. Und das war durchaus passend, denn Rot-Grün ist gerade eindeutig in der Offensive. Allein dass Grüne und SPD kurz zuvor zum ersten mal in einer Umfrage eine eigene Mehrheit hatten, hat viele ganz normale Menschen, die das mit Freude an unserem Stand erwähnten mit grosser Euphorie und Hoffnung erfüllt. Denn ganz plötzlich wurde ihnen eins klar: Rot-Grün in NRW ist möglich!

In dieser Stimmung habe ich auch gerne die Einladung der Engeraner SPD zu einer Rede des DGB-Landesvorsitzenden angenommen, der mir gegenüber in einem kurzem Gespräch im Anschluss betont hat, dass SPD und Grüne in fast allen Politikfeldern in die gleiche Richtung gehen. Abgesehen von der Kohlekraft ist das auch absolut richtig. Auch wenn wir bisweilen auf verschiedenen Pfaden den Marsch in diese Richtung antreten. Da ich Guntram Schneider schon auf zwei grünen Landesparteitagen erlebt habe weiss ich, dass ich da mit jemanden gesprochen habe, der die Grünen kennt und dessen Berufung in das Wahlkampfteam von Hannelore Kraft als klares Signal in Richtung der Grünen gewertet werden kann.

Was uns an diesem Wochenende auch elektrisiert hat, waren die Reaktionen der Menschen auf das Thema Atomkraft.

Bei den meisten Materialen muss man direkt auf die Leute zugehen und sie ihnen anbieten. Die “Atomkraft-nein-danke-Aufkleber” wurden uns und unseren beiden DirektkandidatInnen Angela Holstiege und Christian Meinhold regelrecht aus den Händen gerissen. Da kamen wirklich etliche Menschen auf uns zu, die so ein Ding unbedingt an ihrem Auto oder Fahrrad haben wollen. Es war also unübersehbar, dass es bei den Leuten angekommen ist, dass die Gefahr von Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke sehr gross ist.

Aber mit dieser Gefahr wächst auch der Widerstand und der Wille, das zu verhindern. Der Widerstand wurde besonders bei den Demonstrationen in Ahaus, Biblis und der Menschenkette zwischen Krümmel und Brunsbüttel deutlich sichtbar.

Verhindert werden kann die Rückkehr der Dinosauriertechnologie Atomkraft am 9.Mai in NRW. Denn für die Laufzeitverlängerungen braucht Schwarz-Gelb eine Bundesratsmehrheit. Und die wäre mit der Abwahl der amtierenden Koalition in Düsseldorf pfutsch!

Deshalb ist Rot-Grün in NRW nicht nur möglich sondern auch nötig!